Landmannalaugar liegt auf rund 600 Meter Höhe in Islands Zentralhochland und ist von einigen der dramatischsten Landschaften des Landes umgeben. Lavafelder aus einem Ausbruch von 1477 reichen bis in ein Tal, in dem Thermalwasser einen natürlichen Badefluss erwärmt – und die Bergkämme oberhalb schimmern in Grün, Rot, Gelb und Lila. Rhyolit-Vulkangestein verwittert hier zu einer Farbpalette, die es anderswo in Island nicht gibt.
Landmannalaugar ist ein reines Sommerziel. Die F-Straßen schließen Ende September oder Oktober und öffnen typischerweise wieder Ende Juni, je nach Schneeschmelze. Die Schutzhütte ist von Ende Juni bis Anfang September geöffnet.
Natürliche Thermalquellen
Die geothermalen Quellen sind der Mittelpunkt des Tals und das erste Ziel der meisten Besucher. Ein flacher Fluss, gespeist von heißem Quellwasser, mischt sich mit dem kalten Fluss zu einem angenehmen Badebereich – je nach Standort etwa 35–40 °C. Eintritt frei. In der Hochsaison kann es ab dem späten Vormittag voll werden. Wer früh morgens (vor 8 Uhr) oder spät abends kommt, hat deutlich weniger Gesellschaft.
Umkleidemöglichkeiten gibt es nicht direkt an den Quellen – die nahe gelegene Hütte hat einfache Toiletten.
Brennisteinsalda-Wanderung
Eine der Standardwanderungen ab Landmannalaugar. Die Route (ca. 5 km hin und zurück, 3–4 Stunden) erklimmt die Flanken des Brennisteinsalda-Vulkans – der Name bedeutet „Schwefelwelle”. Der Berg ist einer der farbenprächtigsten im Rhyolitgebirge: gelblich-grüne Schwefelablagerungen über rotem und ockernem Gestein, mit dampfenden Fumarolen nahe dem Gipfel. Der Weg ist markiert und mäßig anspruchsvoll. Kein Eintritt; kein Guide erforderlich.
Bláhnjúkur-Wanderung
Eine etwas längere Route (ca. 5,5 km hin und zurück, 4 Stunden) auf den „Blauen Gipfel” auf rund 943 Meter. Von dort hat man bei klarem Wetter Sicht auf die Lavafelder, das Rhyolitgebirge und bis zum Hekla. Der Weg ist markiert; kein Eintritt.
Laugavegur-Trail – Startpunkt
Landmannalaugar ist der nördliche Ausgangspunkt des Laugavegur-Trails, einer der besten Mehrtagestouren Islands. Der vollständige Trail ist 55 km lang bis Þórsmörk und dauert typischerweise 4 Tage, mit Schutzhütten im Abstand von 12–18 km. Buchungen über Ferðafélag Íslands (fi.is) – die Nachfrage für Juli und August ist sehr hoch. Hüttenbetten ca. ISK 7.500 pro Person und Nacht (Stand 2026). Zeltplätze neben den Hütten ca. ISK 2.500 pro Person pro Nacht.
Lavafelder aus dem Ausbruch von 1477
Das Lavafeld, das den Talboden von Landmannalaugar bedeckt, entstand bei einem Ausbruch 1477 aus dem Veiðivötn-Spaltensystem. Die erkaltete Lavaoberfläche ist rau und kantig – rau genug, um Zeltstoff zu beschädigen. Zelten direkt auf Lava ist daher nicht ratsam – Kiesflächen nutzen. Das Queren des Lavafelds ist möglich und kostenlos; rechne 30–60 Minuten für die Überquerung. Knöchelstütze ist wichtig.
Geführte Tagestouren ab Reykjavík
Ohne 4WD-Mietwagen sind geführte Tagestouren ab Reykjavík die praktischste Option. Touren starten am BSÍ-Busbahnhof (oder mit Hotelabholung) und fahren mit speziellen Hochlandbussen auf den F-Straßen. Du hast ca. 3–4 Stunden vor Ort. Preise ab ca. ISK 19.000–25.000 pro Person (Stand 2026). Anbieter sind u. a. Reykjavík Excursions und Gray Line Iceland.
Übernachten in Landmannalaugar
Die Ferðafélag Íslands (FÍ)-Schutzhütte bietet ca. 75 Schlafplätze im Schlafsack. Duschen und Mahlzeiten verfügbar. Buchung erforderlich – ab Januar über fi.is. Neben der Hütte gibt es Zeltplätze für ca. ISK 2.500 pro Person und Nacht (Stand 2026).
Es gibt keine Unterkunft im eigentlichen Ort Landmannalaugar – das Gebiet ist Hochlandwildnis. Die nächste Stadt mit Hotels ist Hella (ca. 1,5 Stunden südlich).