Islands Hochland: Reiseplan für Landmannalaugar und Þórsmörk

· 4 min read Itinerary
Bunte Rhyolithberge in Landmannalaugar mit heißen Quellen und Wanderern

Das isländische Hochland ist eine andere Welt – karge Lavafelder, Rhyolithgebirge in leuchtendem Gelb, Rot und Orange, dampfende Fumarolen und Gletscherzungen. Keine Straßen, nur F-Pisten. Kein Mobilfunk. Nur mit einem 4WD-Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit zugänglich, und nur von Mitte Juni bis Ende September geöffnet.

Was man wissen muss

F-Straßen: Das „F” steht für Fjallvegur (Gebirgsstraße). Diese Schotterstraßen sind nur für 4WD zugelassen – ein normaler PKW fährt hier illegal, verliert seinen Versicherungsschutz und kann sich festfahren. Mietwagen ohne 4WD darf man nicht auf F-Straßen bewegen.

Flussdurchquerungen: Viele Hochlandrouten erfordern unbefestigte Flussdurchfahrten. Immer aussteigen und zuerst zu Fuß prüfen. Gegen den Strom einfahren (45-Grad-Winkel), gleichmäßig und ohne Gaswechsel. Bei Zweifel: warten, bis ein anderes Fahrzeug die Route zeigt.

Öffnung der F-Straßen: Vegagerðin (isländische Straßenbauverwaltung) öffnet F-Straßen je nach Schneelage. Prüfen auf vegagerdin.is vor Reiseantritt.

Mobilfunk: In weiten Teilen des Hochlands kein Empfang. 112 Iceland App vor der Reise einrichten und GPS aktivieren. Reiseplan bei Unterkunft hinterlassen.

Sieben Tage Hochland-Island

Tag 1: Reykjavík – Hekla und Landmannalaugar

Morgen: Reykjavík. 4WD-Mietwagen mit Hochbodenfreiheit (nicht jeder 4WD ist ausreichend – Suzuki Jimny, Toyota Land Cruiser, Subaru Outback sind geeignet).

Route: Route 1 Richtung Osten, dann Route F26 (Sprengisandurvegur) oder Route F208 (Landmannalaugavegur) – letztere kürzer und beliebter.

Mittag: Vorsicht Hekla-Vulkan nahe Route F26. Aktiver Vulkan, zuletzt ausgebrochen 2000. Schönes Panorama.

Nachmittag: Landmannalaugar (ca. 190 km von Reykjavík). Ankommen, Zelt aufbauen oder Hütte beziehen. Heißer Bach am Campingplatz – natürlicher Pool, kostenlos.

Abend: Wanderung auf den Laugahraun-Lavafeldern (1–2 Std., leicht). Rhyolithberge in der Abendsonne.

Unterkunft: Landmannalaugar Hütte (ISK 10.000–15.000 p.N. in Mehrbettzimmer, Voranmeldung Pflicht) oder Campingplatz (ISK 2.500 p.P.). Ferðafélag Íslands verwaltet die Hütte. Frühzeitig buchen.

Tag 2: Landmannalaugar – Wanderungen

Freier Wandertag im Hochland. Keine Pflicht, direkt weiterzufahren.

Wanderungen:

  • Bláhnúkur (Blaupik): 6 km, 3–4 Std., mittelschwer. Panoramablick über das gesamte Rhyolithgebirge.
  • Laugahraun-Lava-Pfad: 3 km Rundweg, leicht. Schwarze Lava, grüne Moose.
  • Suðurnámur: 4 km, 2–3 Std. Schwefelquellen und dampfende Fumarolen.

Alternativ: Beginn des Laugavegur Trekkings (54 km, 4 Tage bis Þórsmörk) – Islands berühmtester Wanderweg. Hütten entlang der Route voranmelden (Ferðafélag Íslands).

Abend: Heißer Bach nach dem Wandern. Mitreisende aus aller Welt.

Tag 3: Landmannalaugar → Þórsmörk

Option A – Laugavegur Trek: Für Wanderer: 20 km Tagesetappe zum ersten Lager (Hrafntinnusker, 1.100 m, ISK 8.500 pro Nacht). Spektakuläre Obsidian-Felder.

Option B – Fahrroute: F210 (Þórsmerkurvegur) von Landmannalaugar nach Þórsmörk (ca. 90 km, aber langsam wegen Piste). Mehrere Flussdurchfahrten.

Þórsmörk-Ankunft: Grünes Tal zwischen drei Gletschern (Mýrdalsjökull, Tindfjallajökull, Eyjafjallajökull). Komplett anders als das karge Hochland. Birken, Blumen.

Unterkunft: Þórsmörk-Hütten (Básar, Langidalur, Húsadalur). ISK 8.000–12.000 p.P. Voranmeldung nötig.

Tag 4: Þórsmörk – Wanderungen

Wandern in Þórsmörk:

  • Valahnúkur: 3 km, 1,5 Std., moderat. Aussicht über alle drei Gletscher.
  • Tindfjöll: 10 km, 5–6 Std., anspruchsvoll. Selten besucht, atemberaubend.
  • Goðaland: Richtung Fimmvörðuháls-Pass (Start der Laugavegur-Route). Überblick auf den Eyjafjallajökull.

Abend: Þórsmörk-Hütten bieten einfaches Abendessen (ISK 2.500–3.500). Oder eigene Lebensmittel mitbringen.

Tag 5: Þórsmörk → Mývatn (via Sprengisandur)

Langer Fahrtag über Route F26 (Sprengisandur – „die Wüste Islands”).

Morgen: Þórsmörk raus, Route F249 zurück zur Route 1.

Route: Route 1 Richtung Osten, dann F26 nordwärts (Sprengisandur). Kahle Mondlandschaft, keine Menschen. Öde und schön. Ca. 250 km.

Mittag: Hrauneyjar Highland Center (Rastplatz, einfaches Essen, ISK 2.500–3.500 für warme Mahlzeit). Letzte Möglichkeit für Kraftstoff vor Mývatn.

Nachmittag: Þórisfell (F-Straße verlässt F26 Richtung Mývatn). Ankunft Mývatn-Region.

Unterkunft: Sel-Hotel Mývatn oder Mývatn Camping. ISK 22.000–35.000.

Tag 6: Mývatn und Askja

Morgen (Option A – Askja): Route F88 zum Askja-Kaldera (ca. 200 km hin und zurück, 7–8 Std.). Viti-Kratersee (schwimmen erlaubt, ca. 25–30°C). Nur im Sommer geöffnet.

Morgen (Option B – Mývatn-Region): Dettifoss-Wasserfall via F862 (50 km). Europas mächtigster Wasserfall (193 m³/Sek.). Selfoss-Wasserfall 1 km flussaufwärts, ruhiger.

Nachmittag: Mývatn selbst. Dimmuborgir-Lavaformationen. Hverfjall-Krater (45 Min. Wanderung). Námaskarð-Schwefelgebiet.

Abend: Mývatn Nature Baths (ISK 7.000) für müde Beine.

Tag 7: Rückfahrt

Route von Mývatn nach Reykjavík: Ca. 5–6 Fahrstunden.

Option: Route über Akureyri und Westküste (Route 1 über Öxnadalur). Goðafoss auf dem Weg (kostenlos).

Option: Direkter auf F-Straße F26 (Mývatn–Reykjavík via Hochland) – aber nur wenn F26 vollständig geöffnet ist. road.is prüfen.

Ankunft Reykjavík: Mietwagen zurückgeben. Gut zu reinigen – Schotter-Dreck ist Pflicht des Mieters.

Kosten (7 Tage, pro Person)

KategorieBudgetMittelklasse
4WD-MietwagenISK 70.000–100.000ISK 120.000–180.000
KraftstoffISK 28.000–40.000ISK 28.000–40.000
Unterkunft/CampingISK 35.000–56.000ISK 56.000–98.000
MahlzeitenISK 30.000–50.000ISK 56.000–84.000
AktivitätenISK 20.000–35.000ISK 35.000–56.000
Gesamt p.P.~ISK 183.000–281.000~ISK 295.000–458.000

Sicherheit im Hochland

Nie alleine: Minimum 2 Fahrzeuge bei F-Straßen-Touren, besonders bei entlegenen Routen (F26, F88).

Rettungsplan: Route und erwartete Ankunft bei Safetravel Iceland hinterlassen (safetravel.is).

Ausrüstung im Fahrzeug: Schaufel, Seil, Erste-Hilfe-Kasten, Notvorräte, Reservekanister. Kälteschutzkleidung immer dabei.

Wetter: Im Hochland ändert sich das Wetter schnell. Schneesturm auch im August möglich. Wetterapp vedur.is stündlich prüfen.

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