Akureyri: Reiseführer für Islands zweite Stadt

Akureyri ist mit rund 20.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Islands und das urbane Zentrum des Nordens. Am Ende des langen Eyjafjörður-Fjords gelegen, bietet die Stadt eine überraschend lebendige Atmosphäre: gute Restaurants, ein aktives Kulturleben und eine Lage, von der aus sich weite Teile Nordislands bequem erkunden lassen. Wer mehr als nur den Goldenen Kreis und die Südküste sehen möchte, kommt an Akureyri kaum vorbei.

Anreise nach Akureyri

Mit dem Flugzeug: Icelandair und Air Iceland Connect bieten mehrmals täglich Direktflüge von Reykjavík Inlandsflughafen (RVK) nach Akureyri (AEY) an. Die Flugzeit beträgt etwa 45 Minuten. Ein Ticket kostet je nach Buchungszeitpunkt zwischen ISK 8.000 und ISK 22.000.

Mit dem Bus: Strætó und SBA-Norðurleið betreiben Busdienste zwischen Reykjavík und Akureyri. Die Fahrt dauert etwa 6 Stunden und kostet ca. ISK 8.500–11.000. Für Reisende mit Gepäck und begrenztem Zeitplan ist das Flugzeug praktikabler.

Mit dem Auto: Die Ringstraße (Route 1) von Reykjavík nach Akureyri ist 388 km lang und bei normalen Bedingungen in 4,5 bis 5 Stunden fahrbar. Im Winter sind Schneeketten oder ein Allradfahrzeug empfehlenswert. Aktuelle Straßenverhältnisse unter road.is.

Sehenswürdigkeiten in Akureyri

Akureyrarkirkja: Die markante Kirche auf dem Hügel über der Innenstadt ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Bau stammt aus dem Jahr 1940, entworfen vom selben Architekten wie die Hallgrímskirkja in Reykjavík – Guðjón Samúelsson. Der Eintritt ist frei.

Akureyri Botanischer Garten (Lystigarðurinn): Mit über 7.000 Pflanzenarten aus aller Welt ist dieser kostenlose Garten eine Überraschung für eine Stadt auf dem 66. Breitengrad. Im Sommer blühen hier isländische Wildpflanzen, Rosen und sogar Bäume. Geöffnet von Juni bis September.

Akureyri Museum: Das Stadtmuseum zeigt die Geschichte Nordislands von der Besiedlungszeit bis ins 20. Jahrhundert. Der Eintritt kostet ca. ISK 1.500.

Ráðhúsið (Rathaus): Das ungewöhnlich gestaltete Rathaus hängt buchstäblich über dem Stadtberg – eine der eigenwilligsten Architekturen Islands.

Mývatnstofa: Das Besucherzentrum für den Mývatn-See befindet sich zwar am See selbst, lohnt aber als Planungsressource vor der Abreise aus Akureyri.

Ausflüge von Akureyri

Húsavík (50 km): Die beste Walbeobachtungsstation Islands liegt etwa eine Stunde östlich von Akureyri. Buckelwale, Minkewale und gelegentlich Blauwale werden von Juni bis August regelmäßig gesichtet. Eine Bootstour kostet ca. ISK 10.000–14.000 pro Person.

Mývatn-See (100 km): Das geothermische Wunderland mit Pseudokratern, Dimmuborgir-Lavafiguren, Mývatn-Naturbädern und dem Krafla-Vulkan liegt rund eine Stunde östlich. Ein Tagesausflug von Akureyri ist gut machbar.

Goðafoss (50 km): Der „Götterfall” liegt direkt an der Ringstraße zwischen Akureyri und Mývatn und ist einer der fotogensten Wasserfälle Islands – breit, mächtig und leicht zugänglich. Kein Eintrittsgeld.

Ásbyrgi-Schlucht (90 km): Der hufeisenförmige Cañon im Nationalpark Vatnajökull hat senkrechte Felswände von bis zu 100 Metern Höhe. Hervorragend zum Wandern, kostenlos zugänglich.

Skifahren am Hlíðarfjall

Das Skigebiet Hlíðarfjall liegt unmittelbar über Akureyri und gehört zu den bekanntesten Skigebieten Islands. Mit 23 Pisten auf verschiedenen Schwierigkeitsgraden, einer maximalen Höhe von 1.100 Metern und einem Blick über den Fjord ist es besonders für Familien und Anfänger geeignet. Die Saison läuft üblicherweise von Dezember bis April. Ein Tagesticket kostet ca. ISK 6.500–8.000.

Unterkünfte

Akureyri bietet eine breite Auswahl: vom Gästehaus ab ca. ISK 12.000 pro Nacht bis zu modernen Hotels wie dem Kea Hotel (dem ältesten Hotel der Stadt) oder dem Hotel Akureyri. Für längere Aufenthalte sind Ferienwohnungen über Airbnb verfügbar. In der Hauptsaison (Juni–August) frühzeitig buchen.

Essen und Trinken

Rub23: Sushi und isländisches Fischgericht in einem. Eines der beliebtesten Restaurants der Stadt, bekannt für frischen Fisch und ungewöhnliche Kombinationen. Hauptgerichte ca. ISK 4.500–7.500.

Strikið: Panoramarestaurant mit Blick über den Fjord, gute isländische Küche mit Lamm, Fisch und Wild. Gehobenes Preisniveau.

Café París: Bürgerliches Café mit Sandwiches, Suppen und hausgemachtem Kuchen. Gut für ein Mittagessen im Stadtzentrum.

Bryggjan Brugghús: Handwerkliche Brauerei mit eigenen Bieren und isländischen Kleinigkeiten – empfehlenswert für den Abend.

Praktische Tipps

  • Öffnungszeiten: Akureyri hat im Vergleich zu Reykjavík kürzere Ladenöffnungszeiten. Viele Geschäfte schließen um 18 Uhr.
  • Parkplätze: Im Stadtzentrum gibt es kostenpflichtige Parkzonen. Die meisten Supermärkte haben Parkplätze.
  • Geldautomaten: Mehrere ATMs in der Innenstadt, Kreditkarten werden überall akzeptiert.
  • Wetter: Akureyri hat im Sommer oft sonnigeres Wetter als Reykjavík, da es von Fjorden geschützt liegt. Im Winter kann es kalt werden (bis –15 °C), aber Schnee macht die Stadt besonders attraktiv.
  • Mitternachtssonne: Im Juni und Juli geht die Sonne in Akureyri kaum unter – Verdunkelungsvorhänge im Hotel sind kein Luxus.
  • Straßenbahnen: Gibt es nicht. Innerhalb der Stadt sind die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichbar; für Ausflüge ist ein Mietwagen sinnvoll.

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