Die Westfjorde sind Islands abgelegenste Region und für viele Reisende die eindrucksvollste. Das Halbinsel-Labyrinth im Nordwesten des Landes hat die wenigsten Besucher, die schlechtesten Straßen und die wildeste Natur. Ísafjörður ist die einzige Stadt der Region; der Rest sind Fischerdörfer mit je 50–200 Einwohnern.
Die Anreise von Reykjavík dauert 5–7 Stunden (je nach Ziel). Alternativ fliegen Eagle Air und Icelandair von Reykjavík Domestic Airport nach Ísafjörður (ca. 45 Minuten, ab ISK 8.000 einfach).
Dynjandi-Wasserfall
Dynjandi ist das Wahrzeichen der Westfjorde – ein mehrstufiger Wasserfall, der sich über 100 m an einem Felsabhang breit entfaltet. Die Breite nimmt von oben (30 m) bis unten (60 m) zu, was das charakteristische Fächerformat ergibt. Mehrere kleinere Wasserfälle liegen auf dem Wanderweg nach oben (ca. 30 Minuten Aufstieg). Kein Eintritt, Parkplatz vorhanden.
Standort: Route 60, Arnarfjörður-Gebiet, ca. 400 km von Reykjavík.
Látrabjarg-Vogelklippen
Látrabjarg ist die westlichste Klippe Europas und eine der wichtigsten Seevogel-Brutstätten des Kontinents. Im Sommer (Mai–August) brüten hier Millionen von Papageitauchern, Tordalken, Trottellummen und anderen Seevögeln direkt an der Klippenkante. Die Tiere sind so wenig gestört, dass man nahe herangehen kann – mit Respektabstand.
Hinweis: Látrabjarg liegt am äußersten westlichen Ende einer langen Schotterpiste. Die Anfahrt dauert ca. 1–1,5 Stunden ab dem Fähranleger Brjánslækur.
Hornstrandir-Naturreservat
Das nördlichste Naturreservat Islands ist nur per Boot erreichbar (ab Ísafjörður oder Bolungarvík). Keine Straßen, keine Dauerbewohner, keine Handyabdeckung. Die Wanderrouten in Hornstrandir sind für mehrtägige Trekking-Touren ausgelegt; Hütten müssen im Voraus gebucht werden.
Besonderheit: Polarfüchse in Hornstrandir sind nicht jagdscheu und häufig zu sehen. Das Reservat wurde ursprünglich als letzter Rückzugsort der Füchse in Island geschützt.
Bootstransfers von Westfjords Adventures oder der Westfjords Ferry: ca. ISK 6.000–10.000 pro Person für Einweg-Transfer nach Hornstrandir.
Heißtöpfe an der Küste
Drangsnes: Drei öffentliche Außen-Heißtöpfe direkt am Meeresrand in Drangsnes, einem kleinen Dorf an der Ostküste der Westfjorde (ca. 2 Stunden von Ísafjörður). Kostenlos, rund um die Uhr zugänglich. Blick über den Steingrimsfjörður beim Baden.
Hellulaug: Ein natürlicher Heißtopf am Straßenrand in Flókalundur. Kleiner, weniger bekannt, kostenlos.
Kayaking ab Ísafjörður
Guided Kayak-Touren durch die engen Fjorde der Westfjorde werden von mehreren Anbietern in Ísafjörður angeboten. Halbtages-Touren ab ca. ISK 12.000 pro Person; keine Vorkenntnisse erforderlich. Die Fjorde sind bei ruhigem Wetter außergewöhnlich ruhig und bieten eine vollständig andere Perspektive auf die Landschaft.
Ísafjörður
Die größte Stadt der Westfjorde (ca. 2.600 Einwohner) liegt auf einer Landzunge tief im Ísafjarðardjúp-Fjord. Sehenswert: das Westfjorde-Heritage-Museum im alten Kaufmannshaus am Hafen (ISK 1.500 Eintritt), das Hafenviertel und die Hausmannskost-Restaurants. Der lokale Supermarkt und die Bäckerei Við Pollinn sind die besten Adressen für eine Stärkung.
Praktische Tipps
- Straßen: Viele Westfjorde-Straßen sind Schotterpisten. Reifenschäden durch scharfe Steine sind häufig – Reifenschutz-Zusatzversicherung bei Mietwagen empfehlenswert.
- Wetter: Die Westfjorde bekommen mehr Niederschlag als der Süden. Einplanen, dass Straßen durch Regen oder Eis kurzfristig gesperrt werden können.
- Mobilfunk: Eingeschränkt außerhalb von Ísafjörður und den größeren Dörfern. Offline-Karten herunterladen.
- Saison: Juni bis August ist am zugänglichsten. Einige Schotterpisten werden erst im Juni geöffnet.