Island bestraft Unterpacking härter als fast jedes andere Reiseziel. Selbst im Juli können Stürme und 5°C-Temperaturen auftreten. Wer die falsche Ausrüstung mitbringt, kauft teuer nach – isländische Outdoor-Geschäfte sind gut sortiert, aber entsprechend teuer.
Kleidung: Das Schichtprinzip
Auf Island funktioniert keine einzelne Jacke für alle Situationen. Das Drei-Schichten-System ist nicht optional.
Basisschicht (direkt auf der Haut)
- Merino-Thermounterwäsche (Ober- und Unterteil) – Merino reguliert Temperatur, nimmt keinen Geruch an
- Für Sommer: Leichtes Merino oder Funktionsshirts reichen
- Für Winter: Schweres Merino (250g+) oder synthetische Thermounterwäsche
Baumwolle ist keine Basisschicht. Baumwolle saugt sich mit Schweiß voll, trocknet nicht und kühlt den Körper aus.
Mittelschicht (Isolierung)
- Fleecejacke (Gewicht 200–300g) – oder Daunenweste
- Für Winter: Daunenjacke mit mindestens 600 Fill Power
Außenschicht (Wasser- und Windschutz)
- Wasserdichte, winddichte Jacke mit Kapuze (Gore-Tex oder ähnlich)
- Wasserdichte Hose (nicht optional im Winter oder bei Wanderungen)
- Die Jacke muss echtem isländischen Wind standhalten – Billigware versagt
Schuhe und Stiefel
Sommer (Juni–August): Wasserdichte Wanderschuhe (knöchelhoch empfohlen). Trail-Runner reichen für leichte Wege.
Schulter und Winter: Isolierte, wasserdichte Wanderstiefel. Mindest-Kälteschutz -10°C für Winter.
Grödel/Spikes: Kompakte Schuh-Spikes für Glatteis (Oktober–April). In Reykjavík als „Broddar” erhältlich. Kosten ca. ISK 2.000–4.000.
Badeschlapfen: Pflicht für Thermalquellen und Schwimmbäder. Alle isländischen Bäder verlangen Schuhe in Umkleideräumen.
Accessories
- Wollmütze (auch im Sommer für Hochland und Abende)
- Handschuhe (wasserdicht für Winter, Fleece für Sommer)
- Schal oder Sturmhaube (Balaclava) für Winter
- Sonnenbrille (UV-Reflexion auf Schnee und Gletschern ist intensiv)
- Sonnencreme (LSF 30+) – oft unterschätzt, besonders im Schnee und bei Mitternachtssonne
Technik und Gadgets
- Powerbank (mindestens 10.000 mAh) – Kälte entlädt Akkus schnell
- Adapter: Island nutzt EU-Stecker (Typ C/F) – für UK/US-Geräte Adapter nötig
- Offline-Karten heruntergeladen (Maps.me + Island-Karte)
- Apps: Veður, 112 Iceland, road.is, SafeTravel, My Aurora Forecast
- Kamera-Zubehör: Extra-Akkus (Kälte!), Mikrofasertücher gegen Feuchtigkeit
Wasserfall und Outdoor-Extras
- Wasserdichte Tasche oder Umschlag für Elektronik (Wasserfall-Gischt ist kein Scherz)
- Regenabdeckung für Rucksack
- Gamaschen für Schlammwege
- Erste-Hilfe-Set (kompakt)
- Hüftgurt-Wasserflaschen oder Trinksystem (isländisches Leitungswasser ist trinkbar und exzellent)
Was man nicht braucht
- Regenponcho: Windig genug, dass Ponchos nutzlos sind – wasserdichte Jacke ist besser
- Stiefeletten/Fashion-Sneakers: Schnell nass, kein Halt auf Gletschern oder Lavagestein
- Zu viele Kleider: Islands Hotels haben alle Wäschetrockner oder -service. 5–7 Tage Kleidung reichen für 14-tägige Reisen.
- Zelt im Winter: Außer du weißt genau, was du tust
Spezifisch für Winter (Oktober–März)
Zusätzlich zur Basisliste:
- Daunenjacke (zusätzlich zur Hardshell)
- Skiunterwäsche
- Isolierte, wasserdichte Winterstiefel
- Wärmekissen für Handtaschen-Notfälle
- Handwärmer (Einweg) für Nordlichter-Touren
Spezifisch für Sommer (Juni–August)
- Schlafmaske (Mitternachtssonne verhindert Schlaf – entscheidend in Hostels und Guesthouses)
- Leichte Sandalen für Thermalquellen
- Bikini/Badehose (für heiße Quellen)
- Mückenspray für Hochland (Fliegen im Juli/August im Hochland können intensiv sein)