Die Ostfjorde sind der am wenigsten bereiste Teil der isländischen Ringstraße. Tiefe Fjorde, enge Passstraßen und kleine Fischerdörfer bieten eine Stimmung, die sich von der touristischen Südküste deutlich unterscheidet. Ein 3–4 tägiger Abstecher in den Osten lohnt sich für alle, die die volle Ringstraße fahren.
Überblick: Distanzen und Zeitplan
Reykjavík → Egilsstaðir: Ca. 700 km über die Ringstraße (Route 1) Richtung Osten. Fahrtzeit ohne Stopps: 7–8 Stunden. Empfohlen: 2–3 Stopps (Jökulsárlón, Fjallsárlón).
Egilsstaðir als Hub: Egilsstaðir (ca. 2.500 Einwohner) ist der einzige echte Ort im Osten Islands und funktioniert als Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Ostfjorde.
Tag 1: Ankunft in Egilsstaðir
Route: Von Reykjavík via Ringstraße. Empfohlene Stopps:
- Jökulsárlón (Gletscherlagune): Ca. 5 Stunden von Reykjavík. Kostenloser Eintritt zum Ufer. Boot-Tour (ISK 5.000–8.000) optional.
- Diamantstrand (Diamond Beach): 2 Minuten zu Fuß von Jökulsárlón, Eisblöcke auf schwarzem Lavastrand.
- Lónsöræfi: Wilde Hochlandregion östlich von Höfn, Wanderwege, selten besucht.
Übernachtung Egilsstaðir: Gistihúsið Lake Hotel (ISK 28.000–42.000), Egilsstaðir Guesthouse (ISK 22.000–32.000) oder Camping (ISK 1.800/Person).
Tag 2: Seyðisfjörður
Distanz: 27 km von Egilsstaðir über Route 93. Fahrtzeit: 30 Minuten.
Seyðisfjörður ist das kulturelle Juwel der Ostfjorde. Die Regenbogenstraße führt zur historischen blauen Tvísöngur-Kirche. Die Fähre Norröna macht hier einmal wöchentlich Halt (Verbindung Dänemark/Faröer Inseln).
Was zu sehen:
- Regenbogenstraße: Bunt bemalte Pflastersteine führen zur blauen Kirche. Kurzer Spaziergang vom Parkplatz.
- Tvísöngur-Klangskulptur: Betonstruktur auf dem Hügel über der Stadt, akustisches Erlebnis.
- Tech Museum: Kleinste Technologiemuseum Islands, in historischem Lagerhaus.
Cafés und Essen: Skaftfell Bistro (lokale Küche, ISK 2.500–5.000 Hauptgericht), Norð Austur (Sushi in Island – Überraschung).
Tag 3: Hengifoss und Lagarfljót
Hengifoss: Zweithöchster Wasserfall Islands (128 m), ca. 60 km von Egilsstaðir Richtung Westen. Route 931 vom Lagarfljót-See.
Wanderung: 2,5 km Weg zum Wasserfall (45 Minuten bergauf). Unterwegs passiert man den Litlanesfoss mit seinen hexagonalen Basaltsäulen – fast spektakulärer als Hengifoss selbst.
Lagarfljót-See: Der 53 km lange Gletscherschmelzwasser-See gilt als Heimat des isländischen Seeungeheuers Lagarfljótsormurinn. Eine Filmaufnahme aus dem Jahr 2012 (vermeintlich) sorgte für internationale Aufmerksamkeit.
Geitagerði-Birkenwälder: Am Ostufer des Lagarfljót liegt Islands einziger Wald mit nennenswerter Größe – Birkenwälder, die Island aufzuforsten versucht. Wanderwege, Picknicktische, kostenlos.
Tag 4: Rückkehr oder Weiterfahrt Nord
Option A: Weiterfahrt Ringstraße nach Norden Richtung Mývatn und Akureyri (ca. 260 km, 3–4 Stunden).
Option B: Rückfahrt nach Reykjavík über dieselbe Route (700 km, 7–8 Stunden mit Stopps).
Praktisches für den Ostisland-Roadtrip
Tankstellen: In Egilsstaðir volltanken vor Ausflügen. Manche Fjordorte haben nur Tankautomaten (Kreditkarte + PIN nötig).
Straßenverhältnisse: Die Fjordstraßen haben enge Kehren und teilweise Schotterpisten. Kein 4WD zwingend nötig auf Hauptwegen, aber langsam fahren.
Beste Jahreszeit: Juni–September für alle Wege offen. Seyðisfjörður im Winter manchmal durch Schneelawinen-Warnungen gesperrt.