Jökulsárlón ist eine der spektakulärsten Naturattraktionen Islands. Die Gletscherlagune liegt im Südosten der Insel, am Rand des Vatnajökull-Nationalparks, und entstand erst 1934 – damals begann der Breiðamerkurjökull-Gletscher zu schmelzen und zog sich zurück. Heute ist die Lagune der tiefste See Islands mit über 248 Metern Tiefe und wächst jedes Jahr weiter.
Was macht Jökulsárlón so besonders?
Die Lagune ist gefüllt mit Hunderten von Eisbergen, die sich vom Breiðamerkurjökull-Gletscher abkalben und langsam Richtung Meer treiben. Die Eisberge sind in einem atemberaubenden Farbspektrum – von Weiß über Türkis bis zu leuchtendem Blau –, ihre Oberflächen geschliffen und geformt durch tausende Jahre Bewegung.
Vom Meer kommende Robben sind ein regelmäßiger Anblick: Seehunde und Kegelrobben tummeln sich in der Lagune und sind von der Uferpromenade aus gut sichtbar.
Bootstouren auf der Lagune
Der beste Weg, die Eisberge hautnah zu erleben, ist eine Bootstour.
Amphibienboote
- Art: Fahrzeuge, die an Land wie ein Bus und auf dem Wasser wie ein Boot fahren – ein isländisches Tourismuserlebnis für sich
- Dauer: ca. 40 Minuten
- Preis: ca. ISK 7.900 Erwachsene, ISK 3.950 Kinder (6–15 Jahre), Kinder unter 6 kostenlos
- Saison: Mai bis Oktober (wetterabhängig)
- Highlight: Guides heben Eisstücke aus dem Wasser und lassen euch 1.000 Jahre altes Eis schmecken
Zodiac-Schlauchboote
- Art: Kleinere, schnellere Boote, die näher an die Eisberge heranfahren können
- Dauer: ca. 45–60 Minuten
- Preis: ca. ISK 14.900 pro Person
- Vorteile: Intensiveres Erlebnis, kleinere Gruppen
- Saison: Mai bis Oktober
Buchungen für Bootstouren sind direkt vor Ort möglich, in der Hochsaison aber empfehlenswert vorab.
Der Diamantenstrand (Diamond Beach)
Unmittelbar südlich der Lagune – auf der anderen Seite der Ringstraße – liegt der Diamantenstrand (Djúpalónssandur wird oft verwechselt; der korrekte Name nahe Jökulsárlón ist einfach Diamond Beach). Hier werden die Eisberge vom Meer wieder an den schwarzen Sandstrand zurückgespült, wo sie wie leuchtende Diamanten auf dem dunklen Vulkansand liegen.
- Eintritt: kostenlos
- Beste Fotozeit: Sonnenauf- oder -untergang (das Eis reflektiert warmes Licht dramatisch)
- Sicherheitshinweis: Haltet Abstand vom Wasser – Wellen kommen unvorhergesehen und können stark sein
Anreise von Reykjavík
Jökulsárlón liegt ca. 375 km von Reykjavík entfernt – das sind ca. 4–4,5 Stunden Fahrzeit auf der Ringstraße (Route 1) ohne Stopps.
Optionen:
- Eigenes Auto oder Mietwagen: Flexibelste Option, empfohlen für mehrere Personen
- Geführte Bustour: Südküsten-Touren von Reykjavík schließen Jökulsárlón häufig als Abschluss mit ein; ISK 25.000–35.000 für einen Ganztag
- Übernachtung in der Nähe: Hotels und Gästehäuser in Höfn (79 km) oder Skaftafell (80 km) erlauben einen entspannteren Besuch am nächsten Morgen (dann ohne Touristenmassen)
Praktische Informationen
- Parkgebühr: Kostenlos am Hauptparkplatz
- Besucherzeit: Das Areal ist 24 Stunden geöffnet; Bootstouren haben feste Abfahrtszeiten
- Gastronomie: Es gibt einen kleinen Kiosk und ein Café nahe dem Parkplatz
- Toiletten: Vorhanden am Hauptparkplatz
Die beste Reisezeit
Jökulsárlón ist das ganze Jahr über beeindruckend:
- Sommer (Juni–August): Mitternachtssonne, lange Tageslichtstunden, größte Touristenmenge
- Herbst (September–Oktober): Mögliche Nordlichter über den Eisbergen – eine der schönsten Fotokulissen Islands
- Winter (November–März): Eisberge können teilweise gefrieren, Eishöhlentouren in der Nähe buchbar, wenig Touristen
Wer Nordlichter und Eisberge auf demselben Foto einfangen möchte, sollte zwischen September und November reisen.
Umgebung: Was liegt in der Nähe?
- Skaftafell-Nationalpark (ca. 60 km westlich) – Gletscherwanderungen, Wasserfall Svartifoss
- Höfn (ca. 79 km östlich) – Fischerdorf bekannt für Hummer (Humarsafn), gute Restaurantauswahl
- Breiðamerkurjökull-Eishöhlen – Ausgangspunkt für Eishöhlentouren im Winter (direkt bei Jökulsárlón)