Reiten in Island: Das isländische Pferd und die besten Touren

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Isländische Pferde laufen durch ein herbstlich gefärbtes Lavafeld auf Island

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Das isländische Pferd ist eine der reinsten Pferderassen der Welt. Seit über 1.000 Jahren vollständig isoliert auf der Insel – jede Einfuhr von Pferden nach Island ist gesetzlich verboten –, hat sich eine Rasse entwickelt, die sich deutlich von anderen Pferderassen unterscheidet. Das bekannteste Merkmal ist der Tölt, ein charakteristischer Vierschritt-Gang, der sehr glatt und bequem zu reiten ist.

Was macht das isländische Pferd besonders?

Das isländische Pferd (Íslenska hesturinn) ist kleiner als die meisten Rassen – typischerweise 130–145 cm Stockmaß – aber außerordentlich robust, kräftig und geländetauglich. Es hat fünf natürliche Gangarten:

  1. Schritt – wie bei anderen Pferden
  2. Trab – wie bei anderen Pferden
  3. Tölt – der isländische Vierschritt-Gang, schnell und erschütterungsfrei
  4. Galopp – wie bei anderen Pferden
  5. Rennpass (Skeið) – ein besonders schneller Zweitakt-Gang (nicht alle isländischen Pferde beherrschen ihn)

Der Tölt ist das Hauptmerkmal dieser Rasse. Bei einem guten Tölt könnt ihr problemlos ein Glas Bier in der Hand reiten, ohne es zu verschütten – ein bekannter Werbegag, der tatsächlich auf die Stabilität des Gangs hinweist.

Tourangebote und Preise

Reitwanderungen werden auf ganz Island angeboten, mit einer Konzentration rund um Reykjavík und im Süden. Die meisten Höfe heißen Anfänger ausdrücklich willkommen.

Kurze Touren (1–2 Stunden)

  • Ideal für Erstbesucher und Nicht-Reiter
  • Geführte Ausritte durch Lavafelder, Moorlandschaften oder an Küsten
  • Preis: ca. ISK 8.900–12.900 pro Person
  • Anbieter in der Nähe von Reykjavík: Laxnes Horse Farm (25 km nördlich), Íslenski Hesturinn

Halbtages-Touren (3–4 Stunden)

  • Mehr Zeit in der Natur, oft mit Panoramablicken und wechselnden Geländearten
  • Preis: ca. ISK 15.900–22.900 pro Person
  • Beliebt: Ausritte in der Þórsmörk-Region, auf der Snæfellsnes-Halbinsel

Mehrtages-Trekkingtouren

  • Island-Reitsafaris über 5–12 Tage, bei denen ihr jede Nacht in einer anderen Hütte übernachtet
  • Ideal für erfahrene Reiter, die das Innere Islands auf dem Pferderücken erkunden wollen
  • Preis: ab ISK 250.000 pro Person (inkl. Verpflegung und Unterkunft)
  • Verfügbar: Juni–September (Hochlandsaison)

Reitenlernen: Tölt für Einsteiger

Keine Angst, wenn ihr noch nie geritten seid – isländische Pferde sind für ihre Freundlichkeit und Geduld bekannt. Die meisten Tourenhöfe beginnen mit einer kurzen Einführung:

  • Grundposition im Sattel
  • Zügel richtig halten
  • Hilfen für Anhalten, Wenden und Schritt
  • Wie man den Tölt aktiviert (für Fortgeschrittene)

Die Guides sind erfahren darin, Einsteiger zu begleiten und das Tempo des Ausritts an die Fähigkeiten der Gruppe anzupassen.

Wo reiten?

Rund um Reykjavík

  • Laxnes Farm in Mosfellsbær – einer der meistbesuchten Anbieter, gute Anbindung, breites Programm
  • Íslenski Hesturinn nahe Selfoss – entspanntere Atmosphäre, kleinere Gruppen

Südisland

  • Eldhestar in Hvolsvöllur – nahe der Südküste, schöne Lavafelder
  • Íshestar in Hafnarfjörður – ganzjährig geöffnet, gut für Wintersaisonen

Norden und Highlands

  • Hestagisting Hestasport in Varmahlíð – spezialisiert auf mehrtägige Hochland-Touren
  • Sturlureykir in der Snæfellsnes-Region

Praktische Informationen

Gewichtsbeschränkung: Die meisten Anbieter akzeptieren Reiter bis ca. 100 kg Körpergewicht. Erkundigt euch beim Buchen.

Kleidung: Lange Hosen (kein offenes Schuhwerk oder Shorts), feste Schuhe mit kleinem Absatz sind ideal. Helme werden gestellt, könnt aber eigene mitbringen.

Wetter: Reiten ist in Island ganzjährig möglich, Winter-Ritte durch verschneite Landschaft sind ein besonderes Erlebnis. Zieht euch entsprechend warm an.

Kinder: Die meisten Anbieter akzeptieren Kinder ab 5–6 Jahren für kurze Touren. Ältere Kinder ab 10 Jahren können an längeren Ausritten teilnehmen.

Kultureller Hintergrund

Pferde sind tief in der isländischen Identität verwurzelt. Sie dienten Jahrtausende lang als wichtigstes Transportmittel auf der pfadlosen Insel. Heute werden isländische Pferde weltweit gezüchtet und in über 30 Länder exportiert – aber sobald ein isländisches Pferd das Land verlässt, darf es nie zurückkehren, um die Reinheit der Rasse zu schützen.

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