Die Snæfellsnes-Halbinsel lässt sich an einem langen Tag von Reykjavík aus erkunden – aber ein Übernachtungsaufenthalt macht die Halbinsel deutlich angenehmer. Der Rundkurs über Route 54 und Route 574 beträgt ca. 250 km inklusive Rückfahrt von Reykjavík und umfasst die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Halbinsel.
Kirkjufell und Kirkjufellfoss
Kirkjufell ist der meistfotografierte Berg Islands – ein charakteristischer, allein stehender Kegelberg 12 km westlich von Stykkishólmur an der Straße 54. Der Parkplatz mit Blick auf den Wasserfall Kirkjufellfoss vor dem Berg ist der klassische Aussichtspunkt. Keine Eintrittsgebühr; sanitäre Anlagen vor Ort.
Besteigung des Kirkjufell: Der Aufstieg auf den Gipfel ist anspruchsvoll – steiles, exponiertes Gelände, das trockene Bedingungen und geeignetes Schuhwerk erfordert. Mehrere Todesunfälle haben sich in den letzten Jahren ereignet. Im nassen oder windigen Wetter nicht versuchen. Geführte Touren werden angeboten (ca. ISK 15.000 pro Person).
Snæfellsjökull-Gletscher
Der Snæfellsjökull ist der Gletscher-Vulkan, der die westliche Spitze der Halbinsel krönt – Jules Vernes Eingang zum Mittelpunkt der Erde. Eigenständiges Begehen des Gletschers ist gefährlich; geführte Gletschertouren von Arnarstapi und Ólafsvík dauern ca. 2–3 Stunden und kosten ISK 10.000–14.000 pro Person (Ausrüstung inklusive).
Der Snæfellsjökull-Nationalpark umschließt die gesamte Westspitze der Halbinsel. Eintritt kostenlos. Wanderwege rund um den Gletscherfuß, Lavafelder und Küstenformationen sind ohne Führung zugänglich.
Arnarstapi und Hellnar
Der kleine Hafen von Arnarstapi liegt an der Südküste der Halbinsel. Ein flacher Küstenpfad (ca. 2,5 km) verbindet Arnarstapi mit dem Nachbardorf Hellnar und führt durch bizarre Lavabögen, Basaltsäulen und Meereshöhlen. Der Weg ist gut markiert und für alle Fitnessstufen geeignet. Wanderzeit ca. 45–60 Minuten eine Strecke.
Djúpalónssandur
Der Strand von Djúpalónssandur liegt an der Westspitze der Halbinsel und besteht aus schwarzen Lavakieseln. Verstreute Wrackteile eines britischen Trawlers (Epine, 1948) liegen noch am Strand. Vier Hebeteine testen traditionell die Kraft der Fischer (von 23 bis 154 kg). Kostenloser Eintritt; Parkplatz vor Ort.
Rauðfeldsgjá-Schlucht
Eine schmale Schlucht in der Lava am Fuß des Berges Botnsfjall. Wer die Schlucht betritt, muss sich buchstäblich zwischen die Felswände zwängen. Im Inneren führt ein Bach durch die Schlucht aufwärts – für ca. 100–200 m mit nassen Füßen durchgehbar. Ungewöhnliches Naturerlebnis, kein Eintritt.
Vatnshellir-Lavahöhle
Eine 8.000 Jahre alte Lavahöhle an der Westspitze der Halbinsel, zugänglich nur mit geführter Tour (Pflicht). Touren dauern ca. 45 Minuten, ca. ISK 3.000 pro Person. Gut für Familien und alle, die einen Blick ins isländische Lava-Innenleben wollen.
Zeitplanung für den Rundkurs
- Ab Reykjavík: Start spätestens 8:00 Uhr für einen entspannten Tagesausflug
- Route: Borgarnes → Stykkishólmur → Grundarfjörður (Kirkjufell) → Ólafsvík → Snæfellsbær → Arnarstapi → Hellnar → Djúpalónssandur → zurück nach Reykjavík
- Gesamtfahrzeit: ca. 5–6 Stunden reine Fahrt; mit Stopps 10–12 Stunden
- Übernachtung: In Stykkishólmur, Grundarfjörður oder Arnarstapi empfohlen für zwei entspannte Tage