Island belegt regelmäßig den ersten Platz im Global Peace Index und gilt seit Jahren als sicherstes Land der Welt. Kriminalität ist minimal, politische Stabilität hoch, und das Gesundheitssystem exzellent. Die echten Risiken für Touristen kommen nicht von Menschen, sondern von Natur und Terrain.
Kriminalität und persönliche Sicherheit
Kriminalitätsrate: Island hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten weltweit. Gewaltkriminalität ist extrem selten. Diebstahl, Taschendiebstahl und Betrug kommen vor, aber weit seltener als in anderen europäischen Städten.
Reykjavík-Sicherheit: Das Zentrum von Reykjavík ist auch nachts sicher. Das isländische Nachtleben ist lebhaft, aber selten gewalttätig. Polizeipräsenz ist sichtbar, Reaktionszeiten schnell.
Allgemeine Empfehlungen:
- Wertsachen im Mietwagen nicht sichtbar lassen (Einbrüche in Mietwagen kommen vor, wenn auch selten)
- Standard-Reisevorsicht bei Wertsachen in belebten Touristenbereichen
Naturgefahren – die realen Risiken
Das isländische Nationalrettungsdienst-Komitee verzeichnet jährlich Dutzende Rettungseinsätze, meist wegen unvorbereiteter Wanderer oder Fahrer in ungeeigneten Fahrzeugen auf F-Straßen.
Wetter
Das gefährlichste Element für Touristen. Stürme mit Windböen über 30 m/s sind möglich und können innerhalb von Stunden entstehen. Bei Orange- oder Rot-Warnungen sollten alle Ausfahrten abgesagt werden.
Maßnahme: App Veður.is täglich prüfen. SafeTravel-App installieren.
F-Straßen und Flussdurchquerungen
F-Straßen erfordern 4WD-Fahrzeuge mit hoher Bodenfreiheit. Flussdurchquerungen (Flusstiefe kann variieren) sind gefährlich ohne Erfahrung. 2WD-Fahrzeuge auf F-Straßen zu fahren ist illegal und gefährlich.
Jedes Jahr müssen Touristen aus normalen Mietwagen auf F-Straßen gerettet werden.
Wellen am Schwarzen Strand
Der schwarze Sandstrand bei Reynisfjara (nahe Vík) ist für gefährliche Sneaker-Wellen bekannt – Wellen, die ohne Warnung 20–30 m über den Strand rollen. Sicherheitshinweise und Barrieren werden von Touristen ignoriert, was zu Todesfällen geführt hat.
Niemals dem Wasser den Rücken zukehren. 30 m Abstand von der Wasserlinie halten.
Gletscher und Eisschollen
Eigenständiges Betreten von Gletschern ohne Führung ist lebensgefährlich – Gletscherspalten sind unter Schnee unsichtbar. Eisblöcke am Diamantstrand (Diamond Beach) können kippen.
Heiße Quellen
Natürliche heiße Quellen können ohne Warnung extrem heiß sein. Gelbes Wasser ist ein Warnsignal. Niemals in unbekannte natürliche Quellen einsteigen ohne Temperaturprüfung.
Für Alleinreisende
Island ist eines der besten Länder für Alleinreisende:
- Keine Zonen mit erhöhter Kriminalität für Touristen
- Excellent für Alleinreisende Frauen (konsistent in Umfragen als weltweit sicherstes Ziel für Frauen genannt)
- Hostel-Kultur gut entwickelt, leicht Gleichgesinnte zu finden
- Digitale Nomaden-Community in Reykjavík etabliert
Medizinische Versorgung
EU-Krankenversicherte: Die European Health Insurance Card (EHIC/Gesundheitskarte) gilt in Island. Notfallbehandlung ist kostenlos, Arztbesuche können Zuzahlungen erfordern.
Reiseversicherung: Trotzdem empfehlenswert, da Bergrettung und Hubschrauberevakuierung in Island teuer sein können (ISK 500.000–1.500.000+).
Nächste Notaufnahmen: Reykjavík (Landspítali), Akureyri, Egilsstaðir.
Wichtige Notrufnummern
| Dienst | Nummer |
|---|---|
| Allgemeiner Notruf | 112 |
| Polizei (nicht dringend) | 444-1000 |
| Bergrettung (ICE-SAR) | 570-5900 |
112 Iceland App installieren – die App sendet GPS-Koordinaten automatisch bei einem Notruf.