Nordlichter fotografieren in Island: Kameraeinstellungen und Tipps

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Nordlichter (Aurora Borealis) tanzen über einer isländischen Landschaft bei Nacht

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Das Fotografieren von Nordlichtern ist anspruchsvoller als es aussieht, aber mit den richtigen Einstellungen und etwas Geduld gelingen beeindruckende Aufnahmen. Island ist eines der besten Ziele weltweit – kurze Fahrtzeiten aus Reykjavík, wenig Lichtverschmutzung außerhalb der Stadt und eine lange Aurora-Saison von September bis März.

Kameraausrüstung

Kamera: Eine DSLR oder spiegellose Kamera mit manueller Steuerung ist notwendig. Smartphone-Kameras mit Nachtmodus können brauchbare Ergebnisse erzielen, aber manuelle Einstellungen geben euch die Kontrolle.

Objektiv: Ein Weitwinkelobjektiv mit möglichst niedriger Blende ist ideal. Empfehlenswert: f/2.8 oder besser (f/1.8, f/1.4). Brennweite 14–24 mm für weite Landschaft mit Nordlicht.

Stativ: Unverzichtbar. Bei Belichtungszeiten von 15–25 Sekunden ist ein stabiles Stativ Pflicht. In Island weht häufig Wind – schwere Stative oder Stativgewichte (Sandsäcke) sind sinnvoll.

Fernauslöser oder Selbstauslöser: Verhindert Verwackeln beim Auslösen.

Kameraeinstellungen

EinstellungEmpfohlener Wert
ISO800–3200 (je nach Helligkeit der Aurora)
Blendef/2.8 oder offener
Belichtungszeit15–25 Sekunden
WeißabgleichManuell, ca. 3.800–4.500 K
FokusManuell auf Unendlich (∞) stellen

Bei sehr aktiven Nordlichtern (KP 4+) können kürzere Belichtungszeiten (5–10 Sekunden) schärfere Konturen ergeben. Bei schwachen Nordlichtern: längere Belichtung, höheres ISO.

Beste Fotografie-Orte

In der Nähe von Reykjavík: Þingvellir-Nationalpark (45 km), Küstenstraße nach Grindavík, Kleifarvatn-See. Wenig Lichtverschmutzung, aber noch zugänglich.

Snæfellsnes-Halbinsel: Kirkjufell mit den Kirkjufellsfoss-Wasserfällen davor ist einer der ikonischsten Island-Kompositionsplätze für Nordlichter.

Südküste: Seljalandsfoss und Skógafoss eignen sich für Nordlichter-Aufnahmen mit Wasserfall im Vordergrund.

Norden (Akureyri, Mývatn): Weniger Lichtverschmutzung als im Süden; günstigere astronomische Position für intensive Aurora.

Nordlichter-Vorhersage-Apps

  • Vedur.is (Isländischer Wetterdienst): Wolkenbedeckungs-Vorhersage für verschiedene Regionen – entscheidend
  • Space Weather Live: KP-Index-Vorhersage (empfehlenswert ab KP 3–4)
  • My Aurora Forecast: übersichtliche App mit Echtzeitdaten

Praktische Tipps bei Kälte

  • Akkus: Kälte entleert Akkus schnell. Immer zwei oder drei vollgeladene Akkus mitnehmen und in der Innentasche warm halten
  • Kondensation: Kamera nicht sofort in ein warmes Gebäude bringen – kondensiert auf der Linse. In einer Tasche aufwärmen lassen
  • Handschuhe: Touchscreen-kompatible Handschuhe; Fingerkuppenhandschuhe für Bedienung
  • Kleidung: Unter 0 °C ist es nachts auch im September/Oktober – in Schichten kleiden, Kniescheibenlänge Jacke, Thermohose

Saison und Planung

Die Aurora-Saison läuft von Ende August bis Mitte April. Die aktivste Zeit ist um die Herbst- und Frühlingsäquinoktien (September/Oktober und März). Mondphasen beeinflussen die Sichtbarkeit – Neumond gibt die dunkelsten Nächte.

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