Nordlichter in Island: Der vollständige Reiseführer

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Grüne Nordlichter über einer verschneiten isländischen Landschaft bei Nacht

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Die Nordlichter, auf Isländisch Norðurljós genannt, gehören zu den eindrucksvollsten Naturschauspielen der Welt. Island liegt direkt unter dem Auroral-Oval und bietet damit optimale Bedingungen für das Erleben dieser leuchtenden Himmelserscheinung. Wir zeigen euch, wie ihr die Chancen auf ein Erlebnis maximiert.

Wann kann man Nordlichter in Island sehen?

Die Hauptsaison für Nordlichter dauert von September bis März. In diesen Monaten sind die Nächte lang genug und dunkel genug, um die Aurora sichtbar zu machen. Der absolute Höhepunkt liegt zwischen Oktober und Februar, wenn Island bis zu 19 Stunden Dunkelheit pro Tag erlebt.

Im Sommer (Mai–Juli) ist es rund um die Uhr hell – die Mitternachtssonne verhindert jede Sichtung der Nordlichter. Wer gezielt wegen der Aurora nach Island reist, sollte diese Monate meiden.

Die beste Uhrzeit für Sichtungen ist zwischen 22:00 und 02:00 Uhr, obwohl die Lichter theoretisch jederzeit nach Einbruch der Dunkelheit auftreten können.

Die Bedingungen: Was ihr braucht

Drei Faktoren entscheiden über eine erfolgreiche Sichtung:

1. Dunkler Himmel: Je weiter ihr von Reykjavík und anderen Lichtverschmutzungsquellen entfernt seid, desto besser. Fahrt mindestens 30–40 km aus der Stadt heraus oder bucht eine geführte Tour, die euch zu dunklen Standorten bringt.

2. Klarer Himmel: Wolken sind der häufigste Grund für verpasste Sichtungen. Überprüft die Wetterprognose auf vedur.is (Isländisches Wetteramt) – die stündlichen Bewölkungskarten sind sehr genau.

3. Ausreichende Sonnenaktivität (KP-Index): Der KP-Index misst die geomagnetische Aktivität. In Island reicht bereits ein KP-Wert von 2–3 für Sichtungen in dunklen Gebieten. Einen KP-Wert von 5 oder höher kann man sogar in der Nähe der Stadt sehen. Die offizielle isländische Aurora-Prognose findet ihr auf aurora.vedur.is – mit einer 3-Tage-Vorhersage für verschiedene Teile Islands.

Nordlichter-Touren ab Reykjavík

Geführte Touren bieten den Vorteil, dass erfahrene Guides euch zu den aktuell besten Standorten bringen und bei Bedarf flexibel ausweichen können. Außerdem habt ihr einen warmen Bus für die Wartezeit.

  • Standardtouren: Dauern ca. 3 Stunden, fahren nach Einbruch der Dunkelheit los, Preise ab ISK 8.900–12.900 pro Person
  • Fotografie-Touren: Kleinere Gruppen, Anleitung für Langzeitbelichtungen, ab ISK 13.900–18.900 pro Person
  • Kombinations-Touren: Nordlichter kombiniert mit dem Goldenen Kreis oder Gletschern, ab ISK 15.900

Die meisten Touren bieten eine Umbuchen-Garantie: Wenn die Lichter nicht erscheinen, könnt ihr kostenlos an einem anderen Abend teilnehmen.

Selbstständig Nordlichter jagen

Wer mit einem Mietwagen unterwegs ist, hat den Vorteil totaler Flexibilität. Folgende Standorte in der Nähe von Reykjavík sind beliebt:

  • Þingvellir-Nationalpark (ca. 50 km nordöstlich) – UNESCO-Welterbe, kaum Lichtverschmutzung
  • Reykjanesfólkvangur-Naturschutzgebiet (ca. 20 km südlich) – näher an der Stadt, aber dunkel genug
  • Kleifarvatn-See (ca. 25 km südlich) – vulkanische Landschaft, gute Reflexionen auf dem Wasser
  • Vogar auf der Reykjanes-Halbinsel (ca. 40 km südwestlich) – bekannter Anhalte-Punkt

Wichtig: Fahrt nicht in der Nacht auf unbekannte Schotterstraßen. Bleibt auf gesicherten Parkplätzen und Aussichtspunkten.

Ausrüstung und Tipps für Fotos

Für Fotos der Nordlichter braucht ihr:

  • Eine Kamera mit manuellen Einstellungen
  • Ein stabiles Stativ (unverzichtbar)
  • Ein Weitwinkelobjektiv (f/2.8 oder schneller)
  • Einstellungen: ISO 800–3200, Blende f/2.8, Verschlusszeit 5–25 Sekunden
  • Eine Fernauslöser-App oder Selbstauslöser, um Verwackler zu vermeiden

Auch mit modernen Smartphones sind heute beeindruckende Nordlichtfotos möglich – aktiviert den Nachtmodus und legt das Gerät auf einem stabilen Untergrund ab.

Kleidung: Bleibt warm

Island im Winter kann extrem kalt sein. Zieht euch in mehreren Schichten an:

  • Thermounterwäsche (Merino-Wolle empfohlen)
  • Mittlere Isolationsschicht (Fleece oder Daunenjacke)
  • Wasserdichte Außenjacke und -hose
  • Warme Mütze, Handschuhe und Schal
  • Isolierte, wasserfeste Stiefel

Wartezeiten von 1–2 Stunden im Freien sind normal – unterschätzt die Kälte nicht.

Realistisch bleiben

Die Nordlichter lassen sich nicht garantieren. Selbst bei perfekten Bedingungen können Wolken oder schwache Sonnenaktivität eine Sichtung verhindern. Plant mehrere klare Nächte in eurem Reiseprogramm ein und bleibt flexibel. Manche Reisende warten eine Woche und erleben nichts; andere sehen bereits in der ersten Nacht ein spektakuläres Schauspiel. Das gehört zum Charme dieser einzigartigen Naturerscheinung.

Nordlichter außerhalb von Reykjavík

Wer weiter nach Norden reist, hat noch bessere Chancen:

  • Akureyri (Nordisland) – größte Stadt im Norden, gute Ausgangsbasis
  • Vík (Südküste) – schwarzer Strand als Kontrast zur Aurora
  • Snæfellsnes-Halbinsel – wenig Lichtverschmutzung, spektakuläre Landschaft
  • Östliche Fjorde – sehr dunkel, selten bewölkt im Vergleich zum Süden

Mit einem Camper durch Island zu fahren und flexibel auf Wetterprognosen zu reagieren, ist eine der besten Strategien für Nordlicht-Reisende.

→ Nordlichter-Touren buchen

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