Die Südküste Islands ist die meistbesuchte Reiseroute des Landes – und das aus gutem Grund. Auf einer Strecke von ca. 280 km entlang der Ringstraße begegnet ihr majestätischen Wasserfällen, einem der berühmtesten schwarzen Sandstrände der Welt, Gletschern, die bis ans Meer reichen, und der spektakulären Jökulsárlón-Gletscherlagune. All das ist von Reykjavík aus als Tagesausflug erreichbar, besser aber als zwei Tage geplant.
Die Hauptattraktionen der Südküste
Seljalandsfoss
Seljalandsfoss ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands und liegt ca. 120 km östlich von Reykjavík. Besonders: Ihr könnt hinter den Wasserfall laufen – ein Pfad führt hinter der Wasserwand entlang und ermöglicht außergewöhnliche Blicke.
- Höhe: ca. 60 m
- Eintritt: Parkgebühr ISK 800
- Empfohlene Zeit: 20–30 Minuten
- Wichtig: Regenjacke anziehen – vom Pfad hinter dem Wasserfall werdet ihr nass
Direkt neben Seljalandsfoss liegt der weniger bekannte, aber ebenfalls beeindruckende Gljúfrabúi-Wasserfall, der in einer engen Schlucht versteckt ist. Er ist kostenlos und sehr nahe.
Skógafoss
Ca. 30 km weiter östlich liegt Skógafoss – ein Wasserfall mit einer Fallhöhe von 60 m und einer Breite von ca. 25 m. Im Gegensatz zu Seljalandsfoss kann man hier nicht dahinter laufen, aber eine steile Treppe führt nach oben zu einer Aussichtsplattform und zu weiteren Wasserfällen entlang des Skóga-Flusses.
- Legende: Ein Wikinger soll einen Goldschatz in einer Höhle hinter dem Wasserfall versteckt haben
- Einritt: Parkgebühr ISK 800 (Parkplatz)
- Empfohlene Zeit: 30–45 Minuten (inkl. Aufstieg)
Reynisfjara – Schwarzer Strand
Reynisfjara bei Vík ist einer der bekanntesten schwarzen Sandstrände der Welt. Dramatische Basaltsäulen, die Reynisdrangar-Felstürme im Meer, Papageientaucher in den Steilklippen (Mai–August) und tosende Atlantikwellen machen diesen Strand zu einem der eindrucksvollsten Orte Islands.
- Sicherheitswarnung: Das Meer hier ist extrem gefährlich. Sneaker waves können unvorhergesehen weit auflaufen und Menschen in den Ozean reißen. Haltet euch IMMER vom Wasser fern und ignoriert keine Warnschilder.
- Eintritt: kostenlos
- Parkplatz: kostenlos
Jökulsárlón
Weitest östlich auf der klassischen Südküstenroute liegt Jökulsárlón (ca. 375 km von Reykjavík) – die Gletscherlagune mit treibenden Eisbergen und dem Diamantenstrand. Für einen Tag ab Reykjavík ist es ein langer Weg, aber machbar. Entspannter: Übernachtet unterwegs in Vík oder Kirkjubæjarklaustur und verbringt zwei Tage auf der Route.
Geführte Südküstentouren ab Reykjavík
Viele Reisende entscheiden sich für eine geführte Tour, die alle wichtigen Stopps abdeckt:
- Eintägige Tour: Seljalandsfoss, Skógafoss, Reynisfjara, ggf. bis Jökulsárlón; ca. ISK 18.900–25.000 pro Person
- Zweitägige Tour: Mit Übernachtung, Jökulsárlón und optionaler Gletscherwanderung; ca. ISK 35.000–55.000 pro Person
- Kombinationen: Gletscherwanderung auf Sólheimajökull lässt sich gut in Südküstentouren integrieren (zwischen Skógafoss und Vík)
Selbstfahrer: Tipps für die Südküstenroute
- Gesamtfahrzeit: Ca. 3,5–4 Stunden Fahrt ohne Stopps (Reykjavík–Jökulsárlón)
- Straße: Durchgehend auf der asphaltierten Ringstraße (Route 1) – kein 4WD nötig im Sommer
- Winterfahren: Im Winter kann die Ringstraße schneebedeckt sein. Prüft road.is und stellt nur mit Winterreifen oder Allrad in die Berge
- Tankstellen: In Vík, Kirkjubæjarklaustur, Skaftafell – tankt lieber öfter als zu selten
Was noch zu sehen ist
- Sólheimajökull-Gletscher: Abzweigung von der Ringstraße, ca. 170 km von Reykjavík – geführte Gletscherwanderungen möglich
- Dyrhólaey: Felsiger Küstenbogen mit Ausblick aufs Meer, nahe Vík (Straße gelegentlich für Fahrzeuge gesperrt)
- Skógar Folk Museum: Am Fuß des Skógafoss – Sammlung historischer isländischer Gebäude und Alltagsgegenstände; Eintritt ca. ISK 2.500
Unterkunft entlang der Südküste
- Vík (ca. 187 km von Reykjavík) – beste Basis für den mittleren Teil der Südküste; mehrere Hotels und Gästehäuser
- Kirkjubæjarklaustur (ca. 270 km) – kleine Gemeinde, Tankstelle, Unterkunftsmöglichkeiten
- Skaftafell/Freysnes (ca. 320 km) – Nationalpark-Infrastruktur, Campingplatz, Gästehaus
Wer die gesamte Südküste in Ruhe erkunden möchte, plant am besten 2–3 Tage ein.