Island hat mehr Wasserfälle pro Quadratkilometer als fast jedes andere Land der Welt. Schneebedeckte Berge, Gletscher und das vulkanische Gestein der Insel liefern das Wasser; Lava-Klippen und tektonische Risse schaffen die Abgründe. Hier sind die wichtigsten Wasserfälle geordnet nach Region.
Südküste
Seljalandsfoss
Seljalandsfoss ist einer der bekanntesten Wasserfälle Islands. Das Besondere: ein Weg führt hinter dem Wasserfall hindurch, direkt durch eine Grotte in der Felswand. Das Erlebnis dauert etwa 10 Minuten und ist einzigartig – aber nass. Regenjacke ist Pflicht.
Höhe: 60 m | Eintritt: kostenlos | Parkgebühr: ISK 800 | Ganzjährig zugänglich (im Winter ist der Weg hinter dem Wasserfall wegen Eisgefahr gesperrt)
Skógafoss
Skógafoss ist breiter (25 m) als Seljalandsfoss und imposanter in der Masse. Ein Treppenaufstieg führt auf das Plateau über dem Wasserfall, von wo aus ihr den Gletscherpfad Fimmvörðuháls beginnen könnt. Bei Sonnenschein bildet sich fast immer ein Regenbogen im Nebel.
Höhe: 60 m | Eintritt: kostenlos | Ganzjährig zugänglich
Gljúfrabúi
Nur 500 m nördlich von Seljalandsfoss, fast unsichtbar. Ein Wasserfall in einer Schlucht, den ihr durch einen schmalen Felsspalt betreten müsst (Knie bis Oberschenkel Wasser waten). Lohnt sich.
Goldener Kreis
Gullfoss
Gullfoss (Goldener Wasserfall) ist Islands bekanntester Wasserfall – zweistufig, mit einem Gesamtgefälle von 32 m in den Hvítá-Fluss. Die beiden Stufen (11 m und 21 m) sind von mehreren Aussichtspunkten einsehbar.
Eintritt: kostenlos | Parkgebühr: ISK 750 | Cafeteria vor Ort
Nordisland
Godafoss – Wasserfall der Götter
Godafoss liegt an der Ringstraße, ca. 50 km östlich von Akureyri. Breit (30 m), hufeisenförmig, von beiden Seiten zugänglich. Der Name stammt angeblich daher, dass Island im Jahr 1000 zum Christentum konvertierte und heidnische Götterstatuen in den Wasserfall geworfen wurden.
Eintritt: kostenlos | Parkgebühr: kostenlos
Dettifoss
Europas leistungsstärkster Wasserfall (Durchfluss bis 193 m³/s, Höhe 45 m). Weniger schön als dramatisch – rohe Gewalt. Im Nordosten Islands, ca. 160 km von Akureyri.
Westfjorde
Dynjandi – der Wasserfall der Wasserfälle
Dynjandi ist der beeindruckendste Wasserfall der Westfjorde – eine fächerförmige Kaskade, die sich über 100 m in die Tiefe erstreckt und am Fuß 30 m breit ist. Darunter folgen fünf kleinere Wasserfälle.
Abgelegen, aber zugänglich. Parkplatz vorhanden, kurze Wanderung zum Fuß.
Westisland
Hraunfossar und Barnafoss
Hraunfossar ist ein einzigartiger Wasserfall: Hunderte von kleinen Rinnsalen quellen aus einer Lavaformation direkt in den Hvítá-Fluss. Barnafoss nebenan ist enger und tobt durch eine Schlucht. Beide kostenlos zugänglich, gute Infrastruktur.
Fotografietipps für Wasserfälle
- Langzeitbelichtung (0,5–4 s) für seidiges Wasser; Stativ ist notwendig
- Polfilter reduziert Reflexionen auf nassem Fels
- Morgen- oder Abendlicht für wärmere Farben; Mittagslicht ist für Wasserfälle oft zu hart
- Regenjacke für Kamera oder Mikrofasertuch für Objektivschutz bei Gischt