Island hat im internationalen Vergleich eine gute Mobilfunkabdeckung entlang der Hauptstraßen und in städtischen Gebieten. Wer den Ring Road (Ringstraße) befahren möchte, kommt in der Regel die ganze Strecke mit gutem 4G/LTE-Empfang durch. Einzige Ausnahme: das Hochland. Dort, auf den F-Straßen, gibt es oft stunden- oder tagelang kein Signal.
Lokale SIM-Karten
Wer mehrere Tage in Island unterwegs ist und eine lokale SIM-Karte bevorzugt, hat drei große Anbieter:
Síminn ist der älteste und meistgenutzte Anbieter. Gute Flächenabdeckung, auch in weniger besuchten Regionen. SIM-Karten gibt es am Flughafen Keflavík, in Elektronikläden (Elko), Tankstellen (N1, Orkan) und im eigenen Shop in Reykjavík.
Vodafone Iceland (nicht zu verwechseln mit dem deutschen Vodafone) hat gute Stadtabdeckung in Reykjavík und gut ausgebautes Netz auf dem Ring Road. Touristen-SIMs sind an Tankstellen erhältlich.
Nova ist der günstigste der drei Anbieter und besonders bei jüngeren Isländern beliebt. Netz etwas dünner außerhalb der Hauptrouten.
Typische Preise (Stand 2026)
- Touristen-SIM mit 10 GB Daten: ISK 2.000–3.000
- Unbegrenzte Daten für 30 Tage: ISK 4.000–6.000
Roaming-Preise für EU-Bürger: EU-Roaming gilt in Island (EWR-Mitglied), was bedeutet, dass man bei den meisten deutschen, österreichischen und Schweizer Tarifen in Island ohne Aufpreis im EU-Roaming telefonieren und surfen kann – bis zu den im Vertrag enthaltenen Datenlimits.
eSIM für Island
Wer kein physisches SIM-Formular möchte oder ein neueres Smartphone mit eSIM-Unterstützung hat, kann über verschiedene internationale Anbieter kaufen:
Airalo ist einer der bekanntesten eSIM-Anbieter und hat für Island verschiedene Pakete. Typisch:
- 1 GB / 7 Tage: ca. USD 4,50
- 5 GB / 30 Tage: ca. USD 13
- 20 GB / 30 Tage: ca. USD 28
Die Aktivierung erfolgt vor der Reise, das eSIM wird auf das Gerät geladen und ist sofort nach der Landung aktiv. Das erspart den Gang zum SIM-Karten-Kauf am Flughafen.
Weitere Anbieter: Holafly, Yesim, Nomad und andere bieten ebenfalls Island-eSIMs an. Preise und Datenmengen variieren – Vergleichen lohnt sich.
eSIM-Voraussetzungen
Das Smartphone muss eSIM-fähig sein. Geräte ab ca. 2019–2020 (iPhone XS+, viele Android-Flaggschiffe) unterstützen eSIM. Außerdem muss das Gerät entsperrt (SIM-unlocked) sein – manche europäischen Mobilfunkanbieter sperren Geräte für ausländische SIMs.
Abdeckung auf dem Ring Road
Der Ring Road (Straße 1) ist auf nahezu der gesamten Strecke gut abgedeckt. Einige Gebiete in den Ostfjorden und Teile der Nordküste haben schwächeren Empfang, aber insgesamt ist die Abdeckung gut.
Hotspots mit schlechter Abdeckung:
- F-Straßen im Hochland (Kjölur, Sprengisandur, Landmannalaugar)
- Westfjorde außerhalb von Ísafjörður
- Abgelegene Täler und Gebirgsrouten
Satellitenkommunikation für das Hochland
Wer ins isländische Hochland fährt – insbesondere auf F-Straßen oder zu abgelegenen Hütten des isländischen Alpenclubs (FI) –, sollte zusätzlich ein Satellitengerät in Betracht ziehen. Die „112 Iceland”-App ermöglicht das Teilen des Standorts mit den SAR-Diensten, funktioniert aber nur mit Mobilfunknetz.
Optionen:
- Spot oder Garmin inReach: GPS-Tracking und Notfallkommunikation per Satellit
- Leihgeräte bei Outdoor-Ausrüstern in Reykjavík verfügbar
- Satellitentelefone für sehr abgelegene Expeditionen
Fazit: Was wir empfehlen
Für die meisten Islandreisenden reicht EU-Roaming oder ein Airalo-eSIM vollständig aus. Eine lokale SIM lohnt sich nur, wenn man länger als 2 Wochen bleibt, viele Daten braucht, oder kein EU-Roaming im Vertrag hat.
Wer das Hochland besucht: Die „112 Iceland”-App herunterladen und registrieren – sie kann im Notfall Leben retten.