Island im Juli: Hochsaison mit Mitternachtssonne und Wanderwegen

· 3 min read Practical
Wanderer auf dem Laugavegur-Trail in Island im Sommer

Juli ist der wärmste Monat in Island und gleichzeitig der beliebteste bei Touristen. Alle Straßen und Wanderwege sind geöffnet, die Temperaturen sind auf ihrem Jahreshöchststand, und das Tageslicht ist fast endlos. Der Preis dafür: Island ist im Juli so voll wie zu keiner anderen Zeit des Jahres. Wer sich nicht über Menschenmassen ärgern möchte, sollte früh aufstehen und beliebte Spots frühmorgens oder spätabends besuchen.

Wetter im Juli

Durchschnittstemperaturen in Reykjavík: 11–18°C, mit Spitzenwerten von bis zu 20–24°C bei Schönwetterphasen. Im Norden (Akureyri) sind es manchmal einige Grad wärmer. Im Hochland und auf Gletschern ist es deutlich kühler.

Regen ist jederzeit möglich. Der Süden und Westen sind regenreicher als der Norden. Für den Laugavegur-Trail empfiehlt sich Regenausrüstung, auch wenn die Wettervorhersage gut aussieht.

Mitternachtssonne im Juli

Die Sonne geht Anfang Juli noch nicht unter (sie beginnt erst Ende Juli wieder mehr als nur kurz zu versinken). Das Tageslicht von 24 Stunden bleibt bis weit in den Monat bestehen – für Fotografen eine goldene Zeit, für Schläfer herausfordernd. Verdunkelungsrouleaus oder Schlafmasken sind Pflicht.

Laugavegur-Trail

Der berühmteste Wanderweg Islands ist von Mitte Juni bis Mitte September begehbar. Im Juli ist er am meisten besucht – Hütten des FI (Ferðafélag Íslands) sind oft Monate im Voraus ausgebucht. Wer die 4-tägige Strecke von Landmannalaugar nach Þórsmörk gehen möchte, muss Hüttenplätze früh reservieren.

Länge: 54 km über 4 Tage. Schwierigkeitsgrad: moderat bis anspruchsvoll. Absolute Highlights: farbige Rhyolithberge bei Landmannalaugar, heiße Quellen entlang des Wegs, Gletscherblicke.

Touren und Aktivitäten

Alle Touren sind im Juli verfügbar:

  • Gletscherwanderungen auf Sólheimajökull, Vatnajökull und Skaftafell
  • Walbeobachtung ab Reykjavík, Husavík und Dalvík
  • Puffin-Touren – noch aktive Brutkolonien bis Anfang August
  • Hochlandtouren per Jeep oder Landcruiser zum Þórsmörk, Landmannalaugar oder Kerlingarfjöll
  • Kajakfahren auf ruhigen Gletscherseen (z. B. Jökulsárlón)
  • Reittouren auf Islandpferden entlang der Küste oder im Hochland

Massentourismus vermeiden

Bekannte Spots wie Skógafoss, Seljalandsfoss und der Golden Circle sind im Juli tagsüber sehr voll. Tipps:

  • Frühmorgens losfahren (5–7 Uhr) – keine Menschenmassen, perfektes Licht
  • Weniger bekannte Wasserfälle ansteuern (z. B. Háifoss, Hjálparfoss)
  • Die Ostküste ist ruhiger als die Südküste

Buchungsempfehlungen

Unterkünfte auf der Südküste (Vík, Kirkjubæjarklaustur, Höfn) sind im Juli oft ab April ausgebucht. Gästehäuser und Campingplätze im ganzen Land sind beliebt. Alternativ: campen mit eigenem Zelt (Campingplätze in Island gut ausgebaut) oder in Reykjavík zentraler wohnen und Tagestouren machen.

Preise für Doppelzimmer (Stand 2026): Gästehäuser ISK 20.000–35.000, Stadthotels Reykjavík ISK 35.000–80.000+.

Campingplätze

Island hat ein gut ausgebautes Campingnetz. Campingplätze (tjaldsvæði) kosten in der Regel ISK 1.500–2.500 pro Person und Nacht. Wildcampen ist außerhalb von geschützten Gebieten erlaubt, wenn man nicht mehr als eine Nacht an derselben Stelle bleibt und keine Schäden hinterlässt.

Packliste für Juli

  • Wasserdichte Jacke und Hose
  • Schichten-System (auch bei gutem Wetter kühlen Gletschernähe und Wind ab)
  • Sonnencreme (hoher Lichtpegel durch Mitternachtssonne)
  • Insektenschutz (besonders am Myvatn-See sind Mücken aktiv)
  • Trekkingschuhe für Wanderwege
  • Schlafsack für Campingtouren oder Hüttenübernachtungen

→ Touren auf Island buchen

Wo übernachten im Juli

Reykjavík: Höchste Preise des Jahres – 2–3 Monate im Voraus buchen. Hotel Borg (Pósthússtræti) ab ca. ISK 45.000–60.000 pro Nacht (Stand 2026). Budgetreisende buchen Kex Hostel (Skúlagata) oder Loft Hostel (Bankastræti) weit im Voraus; Schlafsaalplätze ab ca. ISK 6.500.

Akureyri / Nordisland: Icelandair Hotel Akureyri ab ca. ISK 28.000 pro Nacht im Juli – guter Stützpunkt für Goðafoss, Mývatn und Húsavík-Tagestouren.

Wo essen im Juli

Grillmarkurinn (Lækjargata 2a) in Reykjavík bietet ausgezeichnetes isländisches Lamm und Fisch vom Holzgrill; Hauptspeisen ab ca. ISK 5.500 (Stand 2026). Die Hlemmur Mathöll Markthalle (nahe Hlemmur-Busbahnhof) ist eine der besten Optionen für ein schnelles, gutes Abendessen; mehrere Stände ab ca. ISK 2.000–3.500 pro Gericht.

In Akureyri: Strikið (Skíðaból 14) ist das go-to-Dinner-Restaurant; im Juli unbedingt reservieren. Hauptspeisen ab ca. ISK 4.500.


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