Westfjorde Road Trip Island: Das abgelegenste Abenteuer Islands

· 3 min read Road Trips
Dramatische Fjordlandschaft der Westfjorde Islands mit steilen Klippen und ruhigem Wasser

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Die Westfjorde sind das abgelegenste und ursprünglichste Reiseziel Islands. Die klauenartig ins Meer ragenden Fjorde im Nordwesten der Insel beherbergen nur ca. 7.000 Einwohner auf einer Fläche von 9.500 km² – weniger als 3 % der isländischen Bevölkerung. Wer die Westfjorde bereist, erlebt Island ohne Massentourismus: Straßen ohne Leitplanken, kleine Fischerdörfer, Europas größte Vogelklippe und Fjorde, in denen kaum ein anderes Fahrzeug zu sehen ist.

Wann in die Westfjorde reisen?

Die Westfjorde sind technisch das ganze Jahr erreichbar, aber Mitte Juni bis September ist die empfohlene Saison:

  • Viele Straßen in den Westfjorden sind im Winter durch Lawinen und Schnee zeitweise unpassierbar
  • Einzelne Bergpässe sind nur von Juni bis September geöffnet
  • Die Fähre nach Hornstrandir (für Trekker) fährt nur Juni–August

Im Winter sind die Westfjorde extrem abgelegen – nur für sehr erfahrene Abenteurer.

Anreise in die Westfjorde

Von Reykjavík:

  • Option 1: Ringstraße Nordwestrichtung bis Bifröst, dann Route 60 in die Westfjorde (ca. 3,5–4 Stunden bis Ísafjörður)
  • Option 2: Fähre Baldur von Stykkishólmur (Snæfellsnes) nach Brjánslækur in den Westfjorden (ca. 2,5 Stunden Überfahrt + je ca. 2 Stunden Fahrt zu den Endpunkten) – malerischer, zeitsparender
  • Inlandsflug: Von Reykjavík (Flughafen Reykjavík) nach Ísafjörður, ca. 50 Minuten; Mietwagen in Ísafjörður erhältlich

Routenempfehlung: 3–4 Tage Westfjorde

Tag 1: Einreise und Dynjandi

Dynjandi-Wasserfall ist das Wahrzeichen der Westfjorde und einer der beeindruckendsten Wasserfälle Islands. Die treppenartige Kaskade fällt in mehreren Stufen ca. 100 m in die Tiefe und wird am Fuß ca. 60 m breit.

  • Lage: Arnarfjörður (Mittlere Westfjorde)
  • Eintritt: kostenlos; Parkgebühr ISK 1.000 (Stand 2026)
  • Wanderung: Kurzer Aufstieg zum Fuß des Wasserfalls (ca. 800 m, 20 Minuten) – lohnend
  • Übernachtung: Ísafjörður (ca. 45 km ab Dynjandi) – größte Stadt der Westfjorde mit Restaurants, Supermärkten und Unterkunft

Tag 2: Ísafjörður und Umgebung

Ísafjörður ist das Herz der Westfjorde – eine malerische Kleinstadt auf einer schmalen Landzunge im Ísafjarðardjúp-Fjord. Sehenswert:

  • Westfjorde Heritage Museum (Geschichte der Fischerei und des Lebens in der Region)
  • Spaziergang auf die umliegenden Berge für Fjordpanoramen
  • Frische Meeresfrüchte in den lokalen Restaurants (Hummer, Kabeljau)

Optionaler Ausflug: Bootsfahrt nach Hornstrandir (Naturreservat im äußersten Norden der Westfjorde) – nur per Boot erreichbar; geführte Tagestouren ab Ísafjörður, ISK 18.000–25.000.

Tag 3: Látrabjarg – Europas größte Vogelklippe

Látrabjarg ist das westlichste Festland Europas und die größte Vogelklippe des Kontinents – 14 km lang, bis zu 440 m hoch. Im Sommer brüten hier Millionen von Seevögeln:

  • Atlantischer Papageientaucher (sehr zutraulich – bleibt in Fotodistanz)

  • Tordalk, Trottellumme, Eissturmvogel

  • Entfernung ab Ísafjörður: Ca. 100 km auf kurvenreicher Straße (2–2,5 Stunden)

  • Eintritt: kostenlos

  • Tipp: Geht am frühen Morgen oder abends – Papageientaucher sind dann am aktivsten

  • Rückweg: Wenn ihr mit der Fähre zurück über Snæfellsnes fahren wollt – Fährhafen Brjánslækur ist ca. 65 km entfernt

Tag 4: Rückweg oder Rútur-Fjorde erkunden

Auf dem Rückweg lohnen sich die nördlichen und östlichen Ausläufer der Westfjorde:

  • Hólmavík: Kleines Fischerdorf mit ungewöhnlichem Hexerei-Museum (ISK 1.500)
  • Þingeyri: Historisches Handelszentrum, lokale Bäckerei bekannt
  • Þórsfjarðará – Flussfischen im Nordosten der Westfjorde

Straßenverhältnisse und Fahrtipps

Die Straßen in den Westfjorden sind anders als auf der Ringstraße:

  • Viele Abschnitte sind ungeteert (Schotter/Kies) – auch Hauptstraßen
  • Enge Serpentinen über Bergpässe ohne Leitplanken (Vorsicht)
  • Entgegenkommen: Fahrt auf breiter Stelle bei Gegenverkehr
  • Allradfahrzeug empfohlen (kein Pflicht auf Hauptstraßen, aber deutlich komfortabler)
  • GPS-Abdeckung kann in tiefen Fjordtälern lückenhaft sein – Offline-Karten herunterladen

Tankstellen: In Ísafjörður und Patreksfjörður – tankt immer voll, wenn ihr könnt.

Unterkunft in den Westfjorden

  • Ísafjörður: Hotels, Guesthouses; ISK 18.000–35.000 pro Nacht
  • Þingeyri: Kleines Guesthouse, einfach aber freundlich
  • Patreksfjörður: Nähe zu Látrabjarg; mehrere Unterkünfte
  • Camping: Campingplätze in Dynjandi, Ísafjörður, Patreksfjörður; ca. ISK 2.500 pro Person

Warum die Westfjorde?

Die Westfjorde erfordern mehr Aufwand als andere isländische Reiseziele – aber sie belohnen mit einer Intensität, die der tourismusdurchdrungene Süden oft nicht mehr bieten kann. Hier fahrt ihr stundenlang, ohne einem anderen Touristen zu begegnen. Hier fressen Füchse direkt am Straßenrand. Hier hat das Meer noch seine eigene Zeitzone.

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