Þórsmörk – das „Tal des Donnergottes Þór” – ist eine der wildromantischsten Landschaften Islands. Das abgelegene Gletschertal liegt ca. 150 km südöstlich von Reykjavík und ist von drei Gletschern umgeben: Eyjafjallajökull im Westen, Mýrdalsjökull im Osten und Tindfjallajökull im Norden. Üppige Birkenwälder, Gletscherbäche und dramatische Aussichten machen Þórsmörk zum perfekten Ziel für Tageswanderungen – oder als Anfangs- bzw. Endpunkt großer Trekkingtouren.
Das Gebiet Þórsmörk
Þórsmörk besteht aus mehreren Campingplätzen und Hütten, die von verschiedenen isländischen Bergrettungsorganisationen betrieben werden:
- Húsadalur (auch: Volcano Huts) – größter Campingbereich, am meisten infrastrukturell erschlossen
- Langidalur (FÍ-Hütte) – traditionellster Campingplatz, auf der Laugavegur-Route gelegen
- Básar (Útivist-Hütte) – am westlichen Ende des Tals
Alle drei Standorte liegen innerhalb weniger Kilometer voneinander und bieten Ausgangspunkte für verschiedene Wanderungen.
Die besten Tageswanderungen
Valahnúkur – Das Panorama-Highlight
Valahnúkur ist der bekannteste Aussichtspunkt in Þórsmörk und bietet einen der dramatischsten Ausblicke Islands – 360° über das gesamte Tal, die umgebenden Gletscher und klare Tage bis zur Südküste.
- Ausgangspunkt: Húsadalur Campingplatz
- Länge: ca. 5 km Rundweg
- Dauer: 2–3 Stunden
- Schwierigkeit: Mittel (steiler Aufstieg auf dem letzten Abschnitt)
- Gipfelhöhe: ca. 560 m
Der Aufstieg beginnt durch Birkenwald und öffnet sich zu steinigem, steilem Gelände kurz vor dem Gipfel. Am Valahnúkur-Kamm gibt es enge Passagen zwischen Felsen – Schwindel-Phobie sollte man hier nicht haben.
Útigönguhöfði – Zwischen zwei Gletschern
Diese Wanderung führt auf einen Grat zwischen dem Eyjafjallajökull und dem Mýrdalsjökull mit spektakulären Blicken auf beide Gletscher gleichzeitig.
- Ausgangspunkt: Langidalur Hütte
- Länge: ca. 8–10 km
- Dauer: 3–4 Stunden
- Schwierigkeit: Mittel
- Highlight: Blick auf Gletschereis auf beiden Seiten
Goðaland-Spaziergang (Tal der Götter)
Der Bereich südlich von Þórsmörk, bekannt als „Goðaland”, ist ein malerisches Labyrinth aus Lavaformationen, moosbedeckten Klippen und Birkenhainen. Gute Möglichkeit für kürzere Ausflüge.
- Ausgangspunkt: Básar Hütte
- Länge: 3–6 km (variable Routen)
- Dauer: 1–3 Stunden
- Schwierigkeit: Leicht bis mittel
Tindfjallajökull-Blicke
Wanderungen auf den Nordhängen des Tals bieten Blicke auf den wenig besuchten Tindfjallajökull-Gletscher.
- Dauer: 4–6 Stunden für die komplette Nordrunde
- Schwierigkeit: Mittel bis anspruchsvoll
Anreise nach Þórsmörk
Þórsmörk ist nur über Hochlandpisten (F-Roads) mit mehreren Flussüberquerungen erreichbar. Normale Mietwagen sind nicht geeignet.
Hochlandbus
- Reykjavík Excursions und Trex bieten tägliche Verbindungen (Saison: Juni–September)
- Preis: ca. ISK 7.500–9.500 pro Strecke ab Reykjavík
- Fahrzeit: ca. 3,5–4 Stunden
Super-Jeep-Tour
Manche Anbieter bieten Tagestouren nach Þórsmörk mit dem Super-Jeep an, bei denen ihr Wanderungen in der Gegend machen könnt.
Eigenes 4WD-Fahrzeug
Erfahrene Hochlandfahrer können mit eigenem Fahrzeug anreisen; Flussüberquerungen sind unvermeidlich und können gefährlich sein.
Unterkunft in Þórsmörk
- Húsadalur / Volcano Huts: Gästehütten, Schlafsäle und Camping; Preise ca. ISK 6.000–12.000 pro Person; buchbar auf volcanohuts.is
- Langidalur Hütte (FÍ): Schlafsaal, buchbar auf fi.is; ca. ISK 8.500 pro Nacht
- Básar (Útivist): einfachere Unterkunft; ca. ISK 7.000 pro Nacht
Buchung empfehlenswert – in der Hochsaison (Juli/August) sind alle Schlafplätze schnell vergeben.
Wann nach Þórsmörk reisen?
- Beste Zeit: Juli–August (wärmstes Wetter, alle Wege gut zugänglich)
- Juni: Noch etwas mehr Schnee auf den oberen Wegen, aber gut möglich
- September: Herbstfärbung der Birken, schöne Lichtstimmung, kühleres Wetter
Verbindung mit anderen Trekkingzielen
Þórsmörk ist der Knotenpunkt zweier berühmter Trekkingwege:
- Laugavegur Trail: 55 km von Landmannalaugar nach Þórsmörk (4 Tage)
- Fimmvörðuháls: 22 km von Þórsmörk nach Skógar (1 langer Tag)
Wer eine Woche Zeit hat, kann alle drei Gebiete auf einer einzigen Trek-Durchquerung verbinden.